– Alone on the road

#Gastbeitrag#

Aller Mühen Ende ist der Beginn von etwas Neuem. Dieses Neue ist erst Mal einfach überwältigend.
Da steht es also endlich. Das eigene rollende Schneckenhaus. Das wirkt erst Mal einfach surreal, man möchte vor Freude auf und nieder hopsen wie ein Flummi, man will endlich lohooos… Und dann, zwischen all der Freude, dem noch nicht so richtig realisieren können, meldet sich schon mal der erste kleine Zweifel an: Sicher, dass du das richtige getan hast bzw. tust?!

Tja… und wie das so ist mit Zweifel und Bedenken und letztlich auch mit den ureigensten Ängsten: Haben sie erst Mal ein Schlupfloch gefunden, sind sie kaum noch zum Schweigen zu bringen. Da mag man noch so optimistisch gestrickt sein: Keine von uns ist vor solchen Dingen gefeit.

So kommt es also, dass die erste Zeit einer echten Achterbahn gleichkommen kann. Vorfreude und mulmige Gefühle geben sich quasi die Klinke deiner Seelentür in die Hand. Eben malt man sich noch die schönsten Orte aus, an denen man morgens aufwachen darf, nur um im nächsten Moment schon wieder die Bedenken anklopfen zu hören: Frei stehen? Mitten in der Nacht? In fremdem Gebiet? Ernsthaft?! Was könnte da alles passieren… Sollte ich nicht doch besser erst Alarmanlage, Gaswarner, Kette und Vorhängeschloss installieren? Was kann ich noch tun, um mich abzusichern? Ich kriege bestimmt kein Auge zu!
…und so weiter, und so fort.

Nur ein Beispiel was einem so alles durch die Denkmurmel hüpfen kann. Ungefragt, ungebeten und alles ganz sicher nicht dazu geeignet sich wohl zu fühlen, einfach genießen zu können. Oh nein! Absolut nicht.

Zu eurer Beruhigung: Selbst den augenscheinlich tafferen Mädels gehen genau die gleichen Gedanken durch den Kopf. Davor ist keine von uns gefeit und sorglos sind auch die wenigsten von uns. Es hilft natürlich schon ungemein von Natur aus ein eher optimistischer, wenig ängstlicher Mensch zu sein. Letztlich müssen wir alle uns aber erst Mal an das Neue, an das Unbekannte gewöhnen. Genau hier liegt auch der Schlüssel: An das Neue gewöhnen, es sich zu eigen machen, zu einem Teil unseres Lebens werden lassen.

Vor etwas Angst zu haben ist völlig legitim. Nichts Peinliches, nichts Verwerfliches und schon gar nicht lächerlich.
Jede von uns ist nun mal anders gestrickt. Jede von uns braucht ihre eigene Zeit und Strategie, um Dinge zulassen zu können.

Denkt doch einfach mal zurück:
Der erste Weg allein zur Schule. Wie war der für euch? Noch ein bisschen unsicher aber spannend? Und später das selbstverständlichste auf der Welt.
Der erste Arbeitstag: Fremde Menschen, nicht wissen was auf einen zu kommt… spannend, verwirrend, so viiiiel Eindrücke und Dinge, die man sich merken muss. Und heute? Gar kein Hexenwerk mehr.

Genauso läuft es auch mit deinem rollenden Schneckenhaus und den Touren, die du damit machen kannst. Die erste Zeit ist voller Unsicherheiten, Kopfzerbrechen, Versuchen und Irrtümern aber genauso wie alles andere im Leben gewöhnst du dich daran.
Sei es nun das Fahren eines vielleicht deutlich größeren Fahrzeuges als du jemals im Leben unter deinem schnuckeligen Hintern hattest.
Sei es mutter-seelen-allein irgendwo in der Walachei zu stehen, mit all dem Knacken im Wald und diesem bescheuerten Uhu, der dir die halbe Nacht um die Ohren schuhuut… als ob es nicht schon unheimlich genug wäre.

All diese Dinge und sehr viel mehr sind einfach nur eines: Ungewohnt.
Und weil sie ungewohnt sind, hast du einfach noch keine Idee wie man damit umgehen soll oder kann oder will. Ein Patentrezept dafür gibt es auch nicht. Das muss man leider schon selbst herausfinden. Aber ein Ansatz ist vielleicht schon mal, sich immer vor Augen zu führen, dass man sich bisher an so vieles schon gewöhnt hat, ohne in Panik zu geraten. Warum soll das nicht auch weiterhin funktionieren?

Natürlich funktioniert das. Das ist sicher.
So lange man sich Zeit lässt, sich nicht selbst unnötig unter Druck setzt und immer daran denkt: Rein gar nichts ist unnormal daran sich an neue Dinge einfach erst mal gewöhnen zu müssen. Es ist nur gerade sehr viel intensiver, deutlicher für dich. Denn du gehst gerade einen Weg, den nicht viele gehen. Du erfüllst dir gerade einen Traum. Viele Träumen, manche reden von ihren Träumen aber die wenigsten erfüllen sich den ihren oder leben ihn gerade. DAS ist das eigentliche Wunder, dass du selbst bewerkstelligt hast. Jetzt ist es an der Zeit dir selbst die Chance zu geben dieses Wunder auch mit allen Sinnen erfahren zu können.

Also Kopf hoch und Schritt für Schritt hinaus in das Abenteuer Leben, wie es ursprünglicher kaum noch zu finden ist!
Du schaffst das!

LG, eure Vicky

Geschrieben von Vicky aus dem Team VanLoveGirls

Über die Autorin

Vicky hat sich den Traum vom eigenen Bus erfüllt. Sie ist leidenschaftliche Schreiberin, hat großes Fachwissen rund um den Ausbau und teilt dieses gerne mit allen.