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Anja Steinmetz im Interview,

sie ist mit 51 Jahren, innerhalb von einem Monat, in ihren Bus gezogen und hat ihr Yogastudio plus Wohnung aufgegeben um in Zukunft online und Ortsunabhängig zu praktizieren. Corona hat die Entscheidung beschleunig. Wie der Prozess war, wie sich das alles angefühlt hat und welches Fazit sie schon jetzt daraus zieht, hört ihr im Podcast.

Geht nicht, gibt es nicht. Du kannst alles sein was du möchtest. Anjas Internetseite: http://www.hausdergehzeiten.de Ihr Blog: http://www.hausdergehzeiten.info 

Erfahr mehr über Anja und lese ihr Porträt

Hier die Mitschrift von dem Interview

Aus dem Van: Der Podcast mit Karin. Schön, dass du dabei bist. 

Hallo ihr Lieben. Hier ist der erste Podcast mit Bild. Ich darf heute die tolle Anja Steinmetz interviewen. Sie ist vor anderthalb Monaten in ihren Bus gezogen und wird uns heute ein bisschen was erzählen darüber, wie der Prozess dahin war. 

Herzlich willkommen Anja!

Vielen Dank Karin.  Ja danke, dass ich hier sein darf. Es ist eine aufregende Zeit.

Genau, wir berichten beide aus unserem Bus. Klar, wir wohnen ja am Bus. Und mit dir fände ich es total spannend mal darüber zu reden, wie dieser Prozess stattgefunden hat. Also, erstens warum du dich natürlich dafür entschieden hast, und wie dann der Prozess war.

Also, im Grunde war das ein schleichender Prozess. Ich habe mir vor drei Jahren wieder einen Camper gekauft, einen von der Stange, nicht selbst ausgebaut, weil ich da keine Fähigkeiten zu habe, und auch keine Zeit und keine Lust. Und genau, bevor ich mir den Camper gekauft habe wieder angefangen nicht mehr mit dem campen zu beschäftigen und bin dann über den Begriff von “VanLife” irgendwann gestolpert, und so auch über dein Video gestolpert und so in die Facebook Gruppe der “VanLife Girls” sozusagen gekommen. Und dann habe ich über diese Gruppe, als auch über einige andere Frauengruppen, die es da gibt, mich einfach weiter informiert und merkte, ja das wäre irgendwie eine interessante Form zu leben. So mit Freunden, im Studio und eigener Wohnung und auch so irgendwie ein bisschen Verrücktes Leben oder ungewöhnlich. Einfach. Ich bin verheiratet, mein Mann und ich, also wir leben nicht zusammen, sondern in getrennten Orten und Städten, relativ weit auseinander. Es war irgendwie klar, das ist nicht so einfach das umzusetzen. Es arbeitete aber in mir, und wie gesagt, ich habe mich weiter beschäftigt. Und hier einfach noch anzumerken, ich bin seit 13 Jahren selbstständig, und ja, dass das selbstständige Leben einfach viel, viel Zeit kostet und viele Dinge auf der Strecke bleiben, die einerseits also einerseits ist es toll, weil der Job, den ich mache als Yogalehrerin im eigenen Studio ja auch mehr Erfüllung ist und ich tolle Kunden habe, auf der anderen Seite ist es so, dass einfach viel verloren geht durch meine Arbeitszeiten. Und so waren einfach beide Teile da. Also dieses, ich mache meinen Job gerne und ich habe meine Selbstständigkeit, aber ich möchte auch wieder in der Natur sein und werde eigentlich gerne ein sehr reduziertes Leben leben können, also reduziert an materiellen Dingen. Ich das Gefühl das vereinfacht mir verschiedene Sachen und ermöglicht mir auch andere Denkprozesse, wenn es im Außen ein bisschen reduziert ist. Und dann kam Corona!

Ja, wir kommen leider am Thema Corona nicht drumherum. Ja, Corona war bei dir ein Entscheidungsbeschleuniger sag ich jetzt mal.

Genau, erzähl mal, was da bei dir passiert ist, denn das ist ja ein Thema, was tatsächlich alle betrifft, also da kann sich keiner rausnehmen. Genau als das dann los ging, die Nachrichten und dann ging es weiter.

Also ich habe eben auch direkt, also seit 16. März sozusagen dann nicht mehr arbeiten können und das bedeutete für mich also extreme Einbußen, logischerweise, weil ich einfach im Studio gar nicht arbeiten konnte, weil ich die letzten Wochen auf Reisen war, bin sowieso seit einigen Jahren mit Yoga Reisen viel unterwegs und hatte jetzt für den März auch eine längere Reise geplant und auch im April war eine Reise geplant. Also es gab jetzt zu Beginn der Saison so zu sagen mehrere Reisen, mehr oder weniger hintereinander, und das ist alles geplatzt und unterrichten konnte ich auch nicht mehr vor Ort. Und ich hatte kein großes Studio, sondern ich bin wirklich, also solo, selbstständig und habe alle Kurse selber gegeben. Mein Raum war jetzt nicht so riesig, da passen also nie 20 Leute rein. Ich habe auch immer großen Wert daraufgelegt, dass das eher kleine Gruppen sind. Ja, und dann stand ich da konnte schließlich gar kein Geld mehr verdienen, und das hat natürlich dazu geführt, dass ich zum einen ganz schnell umgestellt habe auf Online Unterricht. Also eine Woche später bin ich online gegangen und online unterrichtet, und zugleich war dieser Prozess, also die Überlegung doch in den Bus zu ziehen, viel schneller als irgendwie mit 1000 Planung und was man alles vorher bedenken muss. Und so habe ich dann gesagt, okay ich mache das jetzt, also jetzt ist vielleicht die richtige Zeit das einfach zu tun und nicht mehr nur Wochenweise wie ich das eben ja schon einige Jahre jetzt praktiziert habe, sondern ich mache das einfach jetzt vollständig. 

Darf ich dich da kurz unterbrechen, also weil du hast gesagt ab 16. März ging also arbeiten nicht mehr. Wann hast du die klare Entscheidung getroffen?

Gute Frage, ich würde denken Ende März Anfang April.

Wow!

Ja die Überlegung, also es war ja relativ schnell klar, dass wir, selbst wenn wir wieder unterrichten können, dass wir ja mit diesem Mindestabstand unterrichten müssten, und dass eben in meinem Raum eben auch niemals so viele Leute reingehen können, wie das vorher der Fall war. Und das bedeutete also auch unternehmerisches Denken, ich würde alle Kosten weitertragen, kann aber das Geld gar nicht mehr generieren, um die Kosten zu decken, geschweige denn mir noch ein Brot kaufen. Und das war einfach das Thema, dass ich gedacht habe, wie will ich das machen? Und klar, es gab die Soforthilfen, da gab es bei mir ziemliche Schwierigkeiten, will ich mal sagen. Also, es gab ein paar Stolpersteine und so, dass ich im Grunde dazu verdonnert worden wäre, wenn ich das jetzt nicht gemacht hätte, denn das Sommerloch ist sowieso immer da, ja also auch im Yoga natürlich und mit Corona noch mal mehr. Ich merke also im Grunde jetzt erst die massiven Auswirkungen Die waren also im April noch gar nicht so spürbar, wie sie jetzt spürbar sind auf der monetären Seite und ich würde mich jetzt in Schulden reinarbeiten. Also und so habe ich ganz klar, ich glaube Ende März Anfang April entschieden, ich wage jetzt den Sprung in den Bus. Ich habe ja alles, was ich brauche, ich bin gerne hier drin, ich liebe es draußen zu sein, also nur noch Blech zwischen mir und dem Regen zu haben sozusagen oder der Sonne, und mein Hund ist zufrieden und beglückt, wenn er den ganzen Tag auf der Wiese rum liegen kann. Also, von daher ich mach das jetzt einfach, das ist ein guter Zeitpunkt und der Rest wird sich weisen und an der Stelle bin ich jetzt. Also wir leben seit Ende Mai in meinem Bus und genieße das nach wie vor sehr. 

Schön, also ich würde gern noch mal ein bisschen genauer darauf eingehen. du hast das dann beschlossen und dann geht das ja los, dass man anfängt Sachen zu kündigen das heißt die Kündigung für die Wohnung raus, für das Studio und so weiter. Und ich, ich für mich, habe damals den Prozess auch sehr hoch mäßig beschlossen, also das weiß nicht noch. Abgekündigt, und ich wusste dann, okay ich habe jetzt noch einen Monat um einmal mein ganzes Leben aufzulösen. Also ich hatte vorher schon irgendwie zwei Jahre unglaublich viel aussortiert, immer mehr, immer mehr aber dann steht man ja und weiß, okay in einem Monat geht die Wohnung weg und was nimmt man alles mit was gibt man alles ab? Und ich fand den Prozess sehr spannend und unglaublich herausfordernd, ich glaube bei dir war es ähnlich, dass du ziemlich zügig sozusagen alles auflösen musstest. Wo, wie fängt man an? 

Also, im Nachhinein, jetzt nach ein paar Wochen im Rückblick sozusagen war das eine furchtbare Zeit Also tatsächlich furchtbar, weil es unfassbar viel Kraft gekostet hat. Ich habe einfach versucht alle meine Kurse live zu streamen in einem Yoga Studio, was der Auflösung begriffen war, also man hat immer die Yoga Matte gesehen und ein bisschen atmosphärisch eine Kerze und sowas. Und auf der anderen Seite der Kamera das totale Chaos. Und so sah es irgendwie in meiner Wohnung auch aus, das heißt, ich habe versucht den Alltag ein Stück weit aufrecht zu erhalten und gleichzeitig genau das, wirst du beschreibst, Dinge aufzulösen und weg zu geben, und auch ich habe schon viele Jahre eigentlich, ob das Kleidung war oder so Nippelchen und Kram eigentlich immer reduziert. Also mein ganzer Kleiderschrank, fast mein ganzer Kleiderschrank ist hier im Bus. Das heißt, zumindest an der Stelle habe ich es geschafft, wirklich gut zu reduzieren. Aber letztlich, trotz kleiner Wohnung gab es dann doch noch viele Sachen, die ich irgendwie hatte und dieses Auflösen mit verkaufen und das Koordinieren, dass die Leute das abholten und verschenken und ich weiß gar nicht. Also aus dem Blickwinkel von jetzt, von ein paar Wochen später betrachtet, war das echt Horror, weil so anstrengend war neben dem neben dem Berufsalltag, also. 

Ich fand, Entschuldigung, aber ich fand auch Gott sei Dank, wusste man nicht, auf was man sich da eingelassen hat. Ich habe das tatsächlich damals so empfunden, du nimmst dann tatsächlich jedes Teil noch mal in die Hand und jedes Teil hat Erinnerungen in sich, so, und damit geht ja auch ein Prozess los. Also man entscheidet zwar, man gibt ganz, ganz viel weg, aber jedes einzelne Teil hat eben auch noch mal seine Intensität. Man gibt es am Ende weg, aber wenn man dann in dem Fall denn so komprimiert Zeit hat. Also am Anfang fiel mir das immer total schwer irgendwie so zu entscheiden, möchte ich das jetzt irgendwie eine Kiste legen oder darf es gehen? Ich bin zum Schluss hin dann z.B. total schnell geworden. Das habe ich jetzt fast manchmal so an manchen Stellen ein bisschen bereut, weil ich einfach nur so, kommt weg, und keine Lust mehr.

Wie war denn das bei dir, also wie entscheidet man was man behält und was nicht? Das ist für so viele echt eine Frage, also was packt man weg und will das eventuell noch 15 Jahre mit sich rumschleppen, oder wo entscheidet man, dass es einfach gehen kann? 

Ja, das kann ich gar nicht sagen wie, sondern, wie soll ich es denn sagen, also die erste Entscheidung war einfach, wie organisiere ich mein Büro. Also als Selbstständige hast ja nun mal jede Menge Unterlagen, die auch für das Finanzamt wichtig sind und wo man auch in ein paar Jahren noch darauf Zugriff haben muss. Das heißt, ich musste mir eine Organisation überlegen, wo schaffe ich die Sachen hin, damit ich auch noch weiß, wo, was ist, wenn ich mal was brauche. Also, das war die erste Herausforderung eigentlich. Das habe ich gemeistert da habe ich mir besondere Kisten für genommen sozusagen und besonders gesichert und habe es dann untergestellt. Dann war ja die Frage, wo gehen meine ganzen Bücher hin, also das habe ich mich schon zwei Jahre gefragt, wenn ich irgendwann mal in den Van gehe. Also, ich liebe Bücher, also sowohl als Buch, also was sich anfassen kann aber auch E-Books, ist inzwischen eine Katastrophe, weil es einfach viele gibt, und nur die kann, ich brauche ich nicht lagern, die habe ich auf dem IPad. Aber, die Bücher, die ich in Papierform habe, wohin damit? Und auch da habe ich die letzten Jahre immer schon geguckt, es gibt ja so Bücher, die liest du nur einmal und dann möchtest du die behalten. Und andere liest du einmal, stellt sie im Schrank ab, aber eigentlich brauchst du sie nie wieder. Und das heißt. ich habe auch da immer schon aussortiert, aber ich habe trotzdem Unmengen an Büchern. Und dann war irgendwann klar auch mit den Möbeln, es gibt so ein, zwei Möbelstücke, die hätte ich, würde dich gerne behalten was immer noch kommt, aber der Rest kann irgendwie weg. Und dann war klar, ich behalte ein altes Küchenbuffet und dann müssen theoretisch gesehen alle meine Bücher reinpassen. Ich habe versucht irgendwie das so zu organisieren und das hat nicht ganz geklappt, also das Küchenbuffet habe ich behalten, das steht jetzt bei meinem Mann in der Wohnung, und da stehen jede Menge Bücher von mir drin, aber längst nicht alle. Ich habe dann immer noch ganz viele Bücher, die ich nicht verkaufen konnte. Ich habe dann versucht auch Bücher weiter zu verkaufen und zu verschenken, leider weggeschmissen, also gute Bücher. Und, und sag schnell, wie heißen sie also keine Taschenbücher, sondern gebundene Bücher auch das tut mir in der Seele immer weh, weil ich einfach Bücher so toll finde, aber so ist es. Denn ich wusste dann irgendwann nicht mehr, wohin. Und wie ich das regeln soll. Und ich glaube, so sind viele Entscheidungen gefallen. Also dieses, erst überlegen, wie organisieren, und dann rückte aber die Zeit immer näher, dass ich eben ausziehen musste. Und also, dass der Termin Anstand und dann hatte ich gar keine Chance mehr mir viel zu überlegen und so musste ich am Ende dann doch Dinge wegschmeißen, weil ich auch nicht wusste wo ich sie hätte unterbringen sollen. Ja, und ich weiß gar nicht. Also, ich hatte vor kurzem so eine Situation, da habe ich tatsächlich gedacht, da hast du nichts mehr von. Vielleicht holt dich das mal ein. Und zwar mein Bruder hat bei einer Familienfeier alte Fotos mitgebracht.

Hast du sie alle weggeworfen? Nein!

Doch also aus seiner Jugendzeit, oder aus der jüngeren Erwachsenen Zeit, und ich bin die jüngste zu Hause, mein Bruder ist der Älteste. Ich habe ihm als kleines Kind ziemlich am Rockzipfelchen gehangen. So ist mein Empfinden, er sagt, nö, so hätte er das nicht empfunden. Ist besser so. Jedenfalls zeigte er die Bilder und die Menschen, die da drauf waren und die Situation, ich kannte also ich war sofort ganz ergriffen, weil das eine wichtige Zeit auch in meinem Leben war und da habe ich gedacht, du hast alle Bilder weggetan.

Das ist mutig, also das ist, also hast sie nicht mal digitalisiert? Das wäre dann noch…das könnte ja sein, dass dich das irgendwann vielleicht doch mal einholt, aber was weg ist es halt auch weg so.

Genau, und letztlich bleibt es ja in Erinnerung im Kopf, also es gibt ganz viele Bilder bei meinen Eltern noch, wo ich als kleines Kind so, nicht als Jugendliche oder junge Frau, aber dann als kleines Kind, und die muss ich gar nicht sehen, die habe ich tatsächlich als Bild in meinem Kopf abgespeichert. Ja, so irgendwie. Also da mag es schon sein, dass irgendwann mal der Punkt kommt wo ich denn, hättest du mal, aber hätte, hätte Fahrradkette ist vorbei. 

Genau, ja. Genauso. Also wir haben festgestellt der Prozess ist sehr anstrengend, also das kann man einfach nicht verschweigen, denn ich hatte damals auch das Gefühl so, man löst halt echt sein altes Leben auf, wenn man den nächsten Schritt geht in ein anderes Leben, und das ist schon richtig anstrengend.

Also ich hatte zwischendurch, ich hatte ja auch nur ein Monat Zeit, ich hatte immer so richtig Erschöpfungszustände, also abends einfach, wenn du irgendwie sechs Stunden geräumt hast, ich war so kaputt, das war, das war echt Wahnsinn. Ich weiß nicht, du hast sehr, sehr viel über Ebay Kleinanzeigen verkauft. Genau, das ist auch super anstrengend mit den Leuten zu kommunizieren und dann kommen ganz viele nicht. Und ich habe es dann zum Beispiel mit zwei oder drei Wohnungsflohmärkte gemacht.

Es ging ja nicht, wegen Corona!

Das stimmt, das stimmt. Verdammt. Aber das war auch noch anstrengender als Ebay Kleinanzeigen, denn du rufst einen Termin aus, da kommen ja dann auch sehr viele Leute, was super ist, weil ich ja dadurch echt auch ein bisschen Geld gemacht habe, aber du baust da ja dann irgendwie so dein gesamtes Leben da auf, na also den ganzen Krempel hast, den du aus deinem gesamten Leben hast und dann kommen plötzlich ganz viele Menschen, die sich um das Zeug reißen. Und ich hatte ein ganz komisches Gefühl dabei. Denn dann haben sie sich noch so untereinander ein bisschen gefightet, also in Anführungsstrichen so, wer es nun kriegt.  Und ich dachte mir irgendwie so, Wow das ist, das ist krass. Also wenn die sich darum reißen, im Endeffekt total schön, weil das kann ich und das muss man einfach sagen, man kann damit auch gut nochmal Geld machen. Das ist so, wenn man schöne Sachen hat, das läppert sich wirklich zusammen. Also, ich finde viele fünf Euro machen halt auch irgendwann Geld so.

Also so war das für mich auch, ich bin eigentlich ab März, also mit der Situation nicht mehr arbeiten zu können, tatsächlich auch nicht an meinen Konten gewesen. Ich habe gelebt von dem was ich an Möbeln verkauft habe, tatsächlich. Und von daher war das im Grunde auch eine gute Aktion, einfach in der Zeit quasi auch möglichst kein Geld anzufassen, auszugeben zusätzlich und das war schon hilfreich. Und das ist genauso, wie du beschreibst, ich konnte nie die Stunden am Stück irgendwas sortieren und ausräumen, weil ich einfach extrem viele Kurse die ganze Woche hatte. Also. das heißt wenn ich um 10 Uhr aus dem Kursraum raus bin, online ja, dann habe ich im Grunde noch mal irgendwas sortiert und noch mal irgendwas geräumt und gleichzeitig. Also das war wirklich eine totale Ausnahme Situation in der Zeit eine Weiterbildung gemacht online und mich versucht zu informieren über Verbände wie ich vor gehe und mich in diesem ganzen Internet Kram irgendwie nochmal versucht weiter fortzubilden. Also ich habe gleichzeitig ganz viel gelernt und ich habe tatsächlich gestern Abend das erste Mal hier im Bus gesessen, und ich habe dienstags nur noch einen Kurs Face to Face den ich live mitstreame, und hatte einen total netten Tag irgendwie gehabt mit Arbeit aber auch mit in Ruhe kochen und dann habe ich abends nach dem Kurs gesessen im Bus und dachte, das ist halb elf und du bist nicht total erschlagen, also ich merke das so ganz langsam diese Anstrengungen sich tatsächlich erst lösen und ich ganz langsam wieder zu Kraft auch tatsächlich komme. Das war eine anstrengende Zeit, absolut. 

Also, selbst ohne Corona kann ich das selbst bestätigen, dass das eine sehr anstrengende Zeit ist. Würdest du jetzt im Nachhinein sagen, anders wäre es besser gewesen, also zum Beispiel mehr Zeit zu haben für diesen Prozess?

Nein, ich glaube tatsächlich nicht. Ich weiß, dass ich im letzten Jahr schon mal diese Situation hatte, dass ich nachdachte, ich will das alles so nicht mehr, will das ändern. Nur es ist ja nicht so leicht sein Leben mal eben so einmal zu changen, und wie gesagt auch mit der Situation der Selbstständigkeit also ich kenne keine Frauen die im Bus gegangen sind, aber zum Beispiel noch einen Job haben, also die die Wohnung aufgelöst haben aber sozusagen den Rest des Alltags gelassen haben, da nicht viel verändert haben und dass das ist ja alles nicht, also für mich war klar, meine Wohnung und Studio hingen aneinander. ich konnte auch nicht nur das eine oder das andere aufgeben, das ging nicht. Also entweder beides oder eben nicht, und oder eben beides aufgeben und woanders neu anfangen und also mit Studio und da war eben schnell klar, das will ich so auch nicht mehr also ich unterrichte für mein Leben gern und ich kann mir ein Leben ohne Yoga auch nicht vorstellen aber ein Studio zu führen in dieser Form, wie ich das gemacht habe, nicht mehr. Also, das wurde eben immer deutlicher und ich glaube ich hätte noch eine ganze Weile darüber nachgedacht, wie ist denn die Alternative, wie kann ich herausfinden, wie kann ich die Situation verändern und lösen und vielleicht hätte ich noch ein Jahr, noch ein Jahr und noch ein Jahr gebraucht. Und dank Corona, wie einen Schubs über die Klippe irgendwie und so bin ich jetzt da wo ich wo ich eigentlich mir vorgenommen hatte irgendwann hinzukommen. Von daher bin ich ganz froh, dass das so ist. Ich weiß, dass das manche meiner Kunden oder auch also Freundschaften manche, meiner Freunde oder Bekannte das irritierend finden. Letzte Woche habe ich jemanden gehört, der fragte, bist du jetzt obdachlos?

Das ist immer so, die trifft einem die Frage. 

Ja, genau, und ich konnte gar nicht antworten und dachte wie jetzt obdachlos? Quatsch, natürlich nicht.  Aber es ist schon eine Gratwanderung und so ist die Situation jetzt aber, nicht aber, und zugleich merke ich es ist vieles noch ungewohnt es gibt keine Automatismen, also wenig Routine, Normalerweise bin ich morgens auf der Yoga Matte, bevor mein Tag beginnt. Das ist jetzt natürlich nicht so leicht im Bus je nachdem wo man steht, wie das Wetter ist aber dennoch, ich hatte ja schon mir lange überlegt wie kann ich Yoga sogar im Bus machen und heute Morgen habe ich eine komplette Zoom Stunde, also eine live Stream Stunde im Bus abgehalten, auch das geht. Alles ist einfach jetzt wieder ein Neues lernen und ein umstellen und dieses in der Natur sein und draußen sein, und wirklich, dass das die Tätigkeiten im außen zu reduzieren tut mir in der Seele gut. 

Ja, das ist einfach so. Es ist ja auch gerade unglaublich viel los und du hast du hast da ganz schön was gewuppt, also das muss man ja auch mal sagen, denn es ist ja so, wenn Leute normalerweise in ihren Bus ziehen, die gönnen sich dann erstmal ein bisschen Zeit, um in diese n Prozess rein zukommen so. Du machst das halt die ganze Zeit alles parallel und das ist schon wirklich eine Challenge und daran sieht man einfach was alles möglich ist, also man braucht jetzt nicht super viel Zeit und so. Man kann es auch einfach Knall auf Fall machen, funktioniert auch und ich glaube auch einen Alltag im Bus, ich wohne jetzt seit über zwei Jahren im Bus, der ergibt sich nicht. Also klar kriegt man so ein bisschen Routine rein und steht im Freien auf und macht sich ein Kaffee zum Beispiel, klar. Aber das Bus Leben ist halt auch immer was Aufregendes. Je nachdem, wo man steht, die Situation ist neu, das ist halt schon echt abgefahren. Du sagtest, du hast ja auch alles auf online umgestellt, das ist ja auch im Mordprozess, muss man einfach mal so sagen. Aber ich glaube, das ist gerade eine extrem gute Entscheidung. Vor Allem für das ”VanLife” , du wirst halt einfach komplett ortsunabhängig dadurch. 

Genau, und tatsächlich ist es so, also die einzige Routine, so wie du sagst, ist morgens der Kaffee und während der Kaffee kocht kriegt der Hund Futter, also da hat er sich total darauf eingestellt, irgendwie. Das ist die einzige Routine, und sonst gibt es tatsächlich gar keine Routine, und also, bislang, und ich bin gespannt, wie das weitergeht, also ob sich da noch mal irgendwie eine andere Routine einstellt oder nicht, mal schauen.  Und dieses online, also da ist halt tückisch, denn ich brauche halt immer ein relativ gutes Netz, damit verschiedene Dinge funktionieren.

Wie machst du das?

Also, ich habe einen Mörder Handyvertrag, so dass ich wirklich komplett alles vollkommen, also vollkommen easy übers Handy laufen lassen kann, so lange ich einigermaßen vernünftiges Netz habe das heißt es reicht oft ein LTEe Netz mit drei Balken sozusagen 2, 3 Balken, aber das muss schon sein damit die Streams einfach laufen.  So, ich meine für E- Mails und so ist was anderes, aber für diesen ganzen Stream-Kram ist das schon echt nötig, und je nachdem wie lang das Video ist also wie groß die Datenmenge ist. Natürlich entsprechend mehr aber mit einem super LTE-Netz gehen auch Videos problemlos, das ist eigentlich ganz schön und das checke ich täglich halt. Egal wo ich mich hinstelle, erstmal Handy an und gucken was habe ich hier für ein Netz und dann je nach dem, was ich für einen Auftrag habe, also mittwochs morgens habe ich halt immer eine Stunde eben diesen live stream und dann muss ich eben gucken, dass sich mittwochs morgens, beziehungsweise dienstagabends mich da hinstelle, wo ich ein vernünftiges Netz habe. 

Ich würde dich gerne auch fragen, du hast ja vorher in einer Wohnung gewohnt, und hattest ja dann ein Studio da drin. Jetzt hat man ja fast keine Bindungen mehr, du hast ja auch ganz. viel gekündigt Merkst du das eigentlich auch finanziell? Und bist du aus allen Verträgen rausgekommen? Das ist eine spannende Frage, weil so einfach kommt man auch nicht raus. Und genau, merkst du das schon finanziell?

Auf jeden Fall, also sonst wäre das auch quasi unsinnig gewesen. Wohnung und Studio war für mich einfach der größte Batzen jeden Monat, den ich zu zahlen hatte. Und genau dieser Batzen ist einfach weg, den muss ich nicht mehr zahlen. Ich hatte schon über ein Jahr keine Internet Leitung mehr zu Hause keine DSL-Leitung, weil ich mich immer geärgert habe, dass ich so viel unterwegs bin und dann DSL zahlen sollte, und ein fester Netzanschluss, dessen Nummer ich nicht mal kannte, weil ja alles übers Handy gelaufen ist, so dass ich schon anderthalb Jahre vorher mein Telefon zu Hause gekündigt hatte und die Dsl-Leitung und eh schon alles über das Handy gemacht habe, so dass da jetzt nicht mehr aufgefallen ist. Jetzt habe ich natürlich weitaus weniger Nebenkosten, wie auch jetzt im Sommer zum Beispiel, du brauchst halt nicht viel Gas. Ich weiß, im Winter, wenn es im Winter kalt war, musste ich alle drei Tage die Gasflasche wechseln, und das brauche ich jetzt hier nicht. Also das heißt ich habe an Nebenkosten, sag ich mal total wenig Kosten.

Vor allen fallen ja auch die ganzen Versicherungen jetzt weg. Man hat ja zum Beispiel auch noch ein Haus, man kommt nicht so leicht raus. Das Thema ist ja, ich hatte ja keine Hausratversicherung gehabt. Ich habe natürlich eine Versicherung für mein Business und da komme ich tatsächlich nicht raus, weil ich das Business weiter betreibe, das heißt ich kann da ein bisschen was ändern. Da bin ich gerade dran mich mit den Versicherungen auseinanderzusetzen. Ich muss ja nicht mehr meinen Raum sozusagen versichern, aber wenn ich woanders unterrichte und ich fahre ja zu Kollegen zum Beispiel auf und mache weiter Yoga Reise, und dafür brauche ich natürlich trotzdem eine Haftpflichtversicherung und paar andere Geschichten noch. Also da bleibe ich, kann ich gar nicht so viel ändern, das bleibt.

 Sehr schön, was würdest du jemandem raten der sich noch richtig traut, so einen Schritt zu gehen, was wäre, hätte das jemand dir vor einem Jahr gesagt, du so ja ja. Aber was wäre so ein Tipp, ich weiß, dass relativ schwer, aber was ist so ein Tipp, den man den Leuten mitgeben kann?

Das ist gar nicht so leicht, weil also die, die wenn ich in anderen Podcast rein höre so, und ich weiß ja, dass du die Frage auch gerne stellst in deinen Podcast, dann probiere erstmal aus gucke wo du nachts stehst und schaue wie dein Sicherheitskonzept ist. Probiere, weiß nicht, dich dahin zu stellen wo andere stehen oder wo dein Bauchgefühl sagt, es ist sicher. Und so ich glaube die Frage ist nicht nur dieses, kann ich im Bus sein, fühle ich mich da sicher? Das ist sicherlich ein Thema, was bei der einen oder anderen mehr oder weniger da ist, also größer oder kleiner ist, ja oder schwerwiegender oder eben weniger schwerwiegend. Aber ich glaube die Frage ist nach dem nach der Alternative, also wenn ich so weiter gemacht hätte dann wäre es so gewesen, dass sie sich weiterhin weiß ich, dass ich oft sieben Tage die Woche gearbeitet hätten und das 10, 12, 13 Stunden, also ich habe Unmengen an Kursen gemacht und Ausbildung noch an den Wochenenden und Workshops, und die Frage ist, wofür? Also wofür führe ich ein Leben, und das in dieser Form. Ist klar, Yoga ist meine Leidenschaft, aber in dieser Extremform und was wäre die Alternative für mich gewesen?

Und es war ja auch ein Burnout, wahrscheinlich. Also viel gearbeitet, trotzdem viel verschuldet. Ja, ich finde auch, man sollte sich auch immer die W-Fragen stellen, also warum macht man das wo möchte man hin, das finde ich immer ganz spannend und eben mal in die Zukunft zu schauen aber den meisten das merke ich immer wieder auch in der Community fällt es halt wahnsinnig schwer aus ihrem alten gewohnten raus zu gehen, weil das kennt man halt, aber dieser Schritt hin zu was Neuem macht so vielen Angst, weil die nicht wissen, was dann passiert. Und ich versuche das dann auch natürlich mit dem Podcast ein bisschen aufzulösen, was nicht sicher heißt, jeder soll sich, muss sich jetzt einen Bus und ins “Vanlife” einsteigen. Aber es bietet einfach eine super Alternative zu dem vielleicht, sonst tut mir leid für die Wertung jetzt, aber langweiligen Leben. 

Also, ich glaube die Frage ist gar nicht ob langweilig oder nicht, sondern tatsächlich diese Frage wie will ich mein Leben gestalten, und ist es so? Und für mich war das am Anfang, also die Selbstständigkeit war nie geplant, sondern die hat sich irgendwie ergeben. Ich bin da rein und es hat mir totale Freude gemacht und dann bin ich einfach weitergegangen und auch das hat mir Freude gemacht. Aber irgendwann eben zu merken, wie viel ich eigentlich arbeite und das Privatleben einfach leidet. Also das eine ist, dass meine Arbeit, meine Leidenschaft und ein Großteil meines Lebens ausmachen, also ich muss Arbeit und Leben nicht mehr so trennen, wie das früher war, sondern das ist eins geworden. Das ist ganz fein, und zugleich sind meine Arbeitszeiten auch wenn ich das extrem gerne mache so schwierig, dass ich keine Chance habe eine Beziehung so zu führen, wie ich es mir wünsche, egal ob es eine Liebesbeziehung in dem Fall zu meinem Mann ist, oder mit Freunden, das macht es einfach schwer. Und dann habe ich mir dann irgendwann die Frage gestellt, willst du das so weiter machen? Und die Antwort war, ich will weiter Yoga machen, ich will weiter unterrichten, ich will weiter das Leben und Arbeit so miteinander verschmolzen ist. Aber ich will nicht mehr jeden Tag 15 Stunden arbeiten. Das will ich nicht.

Und du hast natürlich den Stress jetzt rausgenommen, indem du nicht, wie man auf den Punkt, nicht mehr so viel erwirtschaften musst. Und es gibt einen halt auch so ein bisschen ordentlich Luft.

Genau, und dann die nächste Leidenschaft anzuschauen, also dieses draußen sein das weiß ich, Campen, ich campe, bin ja nur 51 ich campe seit 30 Jahren, also es ist nichts neues und draußen sein also auch ohne irgendwas in der Natur zu sein, auch nachts draußen zu schlafen, das habe ich immer schon geliebt und gerne gemacht, und insofern war das für mich gar nicht die Frage, also ob dieses leben in so einem Camper für mich interessant ist oder schön, sondern das wusste ich ja. Und ich glaube, dass wenn sich jemand fragt: Könnte das für mich interessant sein? Ist das die Frage, die gestellt werden muss. Wie ist meine Alternative zu dem, wie ich jetzt lebe? Ja, wie könnte die aussehen, und bin ich jemand der wirklich dieser Unmittelbarkeit von Naturereignissen von Sonne, Regen, Sturm, Schnee, wenig private Atmosphäre zu haben, ja also du machst deine Bustür auf und Zingg, stellst du dein ganzes zu Hause Verfügung. Will ich das, oder sage ich, nein ich brauche einen ganz geschützten Rahmen, wo ich irgend sofort also eine Tür zu machen kann, man nicht durch die Fenster schaut. Diese Dinge, brauche ich das, ja? Und ich glaube, diese Frage muss man sich stellen, nicht unbedingt, ich glaube, es ist nicht so dieses: Kann ich nachts irgendwo alleine stehen? Strategien dafür gibt es ja Tausende ja, sondern wirklich, wie will ich mein Leben gestalten? Und für mich ist es so. Der Yoga, hat mich noch mal tiefer gehen lassen, mich dahinführt, mich im Außen zu reduzieren, damit ich im Inneren sozusagen mehr wachsen kann. Es ist eben nicht, weiß ich nicht, eben 55. Te rote Rose, die mich glücklich macht. Es ist eben tatsächlich eben Bustür auf, und ich höre die Vögel zwitschern. Da geht mir ein Lächeln über die Lippen. Und dann kann ich tief durchatmen. Das kann ich nicht, wie gesagt, wenn ich die 55.te Rose kaufe, ist das mal schön für einen Tag oder zwei, und dann hat man ja die Lust oder die Gier, eigentlich die nächste zu kaufen, da ja das Gefühl nachlässt. Und dieses Gefühl aber, dass die Vögel zwitschern, und die Sonne gerade scheint, was immer, dass mir das gut tut, das lässt halt nicht nach. Das bleibt.

Das ist Erdung, da verbindet man sich halt und verbindet sich mit diesen wesentlichen Dingen, den wichtigen Dingen im Leben. Und das ist gut, dass du das für dich erkannt hast, dass das auch etwas ist, was dir wahnsinnig Kraft gibt. Auch ein Grund für mich “VanLife” zu machen, ist die Natur, wo man ist. Also, ich kann auch mit Mo eine schöne Runde gehen, und dann bin ich wieder schön runtergefahren, und das kann man auch mit einer Wohnung machen, aber die ist meistens in der Stadt oder stark bebaut irgendwo. Denn es ist genauso für mich so, so nah und verbunden mit der Natur zu sein. Das ist so ein Geschenk und bringt für mich auch ein Tempo raus und ganz viel Ruhe rein. Ich erkenne immer mehr für mich, wie sehr mir das gut tut. Das weiß man, also das wusste ich auch vorher schon, wie toll es ist und dann ist man so eins, zwei Stunden in den Park gegangen, und dann fand man das schon großartig. Und jetzt so nach zwei Jahren, kann ich mir das gar nicht mehr wegdenken. Das ist echt abgefahren.

Das ist ein verrücktes Phänomen, also wie gesagt, ich bin ja schon immer viel draußen gewesen. Aber, jetzt hatte ich so eine Situation, dass ich vor einiger Zeit zu meinem Mann gefahren bin, der ja eine Wohnung hat, und dann habe ich auf dem Hinweg schon gedacht, boah du musst heute Nacht in der Wohnung schlafen. Also, das ist irre, dieses Gefühl in einem geschlossenen Raum zu schlafen. Plötzlich. Eine ganz andere Relevanz hat, eine ganz andere Bedeutung hat, das hat sich in den Gedanken ganz anders angefühlt, und bin ich dann abends ins Bett gegangen, und habe gedachten, naja Gott sei Dank liegst du unter dem Fenster, und kannst rausgucken. Also er hat halt sein Bett unter einer Schräge stehen und direkt unter dem Fenster, dass man den Himmel sehen kann. 

Also Dachgeschoß Wohnung?

Ja genau.

Also für mich ist es auch in der Wohnung, das ist echt spannend. Das ist halt alles immer gestapelt, du weißt in den anderen Wohnungen sind auch noch Menschen, also auch Leute, die du drüber hast. Also ich für mich, in mir erweckt es immer ein komisches Gefühl. Witzig eigentlich, denn ich habe vor zwei Jahren noch in einer Wohnung gelebt, das hat mich gar nicht gestört. Aber mittlerweile sind das so Aspekte, wo ich so denke, boah ist das krass, so viele Menschen auf so kleinem Raum. Weil, wenn man normal gern draußen steht, in der Natur auch zwischendurch, in Städten oder auf Camping-Plätzen, aber ich will nicht sagen, dass mir das Angst macht, aber das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, mittlerweile da.

Ja, definitiv. Und das ist zum Beispiel auch etwas, ich hatte ja auch Studio und Wohnung, ich war ja eher ländlich, bin in keiner Großstadt gewesen, sondern tatsächlich ländlich, und ich habe auch noch am Waldrand Wohnung und Studio gehabt. Also, ich bin rausgegangen und war direkt am Wald, das heißt, ich musste nicht mal eine Straße überqueren. Und dennoch ist es so, dass da natürlich auch noch das eine oder andere Haus war. Und ich merke, dass, wie soll ich denn sagen, je mehr ich mich mit dem menschlichen Sein, vielleicht ist das der Richtige Ausdruck, also ich meine, was macht uns aus, und was ist Natur, und was braucht es zum Leben? Je mehr ich mich damit auseinandersetze, desto mehr bin ich eigentlich fast menschenscheu. Also da hat sich etwas verändert. Ich bin gerne im Unterricht mit den Menschen und wie gesagt, unterrichte extrem gerne, aber dieses Rauskommen und die Nachbarn treffen, also ich bin da auch total gerne rausgehen und niemanden sehen. Und bitte mit niemanden unterhalten, bitte einfach nur für mich sein. Und da hat sich in den letzten Jahren, das hat sich verstärkt. Ja!

Falls es jetzt geknurrt hat, das war der Hund. Er hat sich gestreckt. 

Also genau, dieses draußen sein können und mit mir sein, alleine sein ohne noch 5-mal Guten Tag zu sagen und lapidares Schwätzchen halten, sondern einfach nur für mich sein. Und das ist natürlich auch hier sehr viel mehr möglich, weil wenn ich mich wo hinstelle, dann bin ich da halt alleine.

Absolut, absolut. Das fällt zwar am Anfang auch den Leuten schwer, mit sich selbst Zeit zu verbringen, aber es ist ein Wahnsinnsgeschenk. Und ich glaube, das geht Richtung natürlicher Menschen, und dass es halt auch einfach immer zugeballert zu werden von vielen Menschen. Das kann man schon irgendwie machen, aber es ist halt nicht geil, sorry, dass ich das jetzt mal so sage. Es ist schon schön diese Verbundenheit, das macht sehr viel, diese Verbundenheit zur Natur und das ist halt das Ding. Das ist ein fantastisches Ding. Ich freue mich auf jeden Fall.

Oh, du wolltest noch etwas sagen?

Wenn ich einen Koffer voller Geld vor dem Bus stehen hätte, ich glaube, ich würde mich tatsächlich monatelang irgendwo in die Natur zurückziehen mit einem Stapel Bücher und einer Yoga-Matte, ok und mein Mann dürfte mit, ok aber sonst…

Ja, ich kann das so voll nachvollziehen. Also, ich glaube auch darüber ist das Glück verborgen. Also für mich zumindest, und vielleicht auch für einige andere auch, es gibt nichts Schöneres mal Frieden und Ruhe reinzubringen.

Ja.

Sehr schön, liebe Anja, ich würde gerne deine seite mit hier verlinken. Also ihr findet dann die liebe Anja hier unten drunter. Und Anja hat ja auch ein bisschen was geplant, und Yoga-Kurse für in dem Bus.

Ja.

Das finde ich voll geil, ich freue mich schon sehr darüber, weil ich ja nicht der, der sich immer, egal wo, vor dem Bus eine Matte breit macht und dann da draußen Übungen macht. Ich finde das ganz geil, dass du das so vorhast. Das finde ich gut.

Das werdet ihr dann auch unter dem Video finden. Genau.

Und das geht tatsächlich, also das ist echt fein, dass es wirklich funktioniert. Heute Morgen der erste Live Stream, weil es vorhin total geschüttet hat, mitten im Kurs, also Leute, die dabei waren und ganz begeistert waren, weil die gesagt haben, hey du guckst seit Wochen bei uns ins Wohnzimmer, jetzt gucken wir mal bei dir ins Wohnzimmer. 

Ich bin super gespannt, wie das sich entwickelt, und ich finde das geil, dass du dem ganzen so Raum gibst. So, und nicht dasitzt und sagst, ne da brauch ich jetzt einen Raum für. Ich kann das nicht im Bus machen. Und dann am Ende, wenn man es einfach mal ausprobiert, das funktioniert halt, ne. Schön.

Klasse!

Ja geil, Anja ich danke dir auf jeden Fall ganz doll. Vielleicht finden wir uns auch mal wieder in einem Podcast oder, ich glaube wir können auch ziemlich gut darüber sprechen. Und du hast ja jetzt eine spannende Zeit, du bist ja jetzt erst vor kurzem aus deiner Wohnung raus. Ich finde das total spannend zu begleiten, und zu sehen, was es mit den Menschen macht. Also, ich danke dir auf jeden Fall für deine Zeit. Möchtest du noch gerne etwas sagen?

Ja, tatsächlich für alle, die egal ob sie In Vollzeit oder so für die nächsten Jahre geplant oder einfach ein paar Wochen im Bus zu sein, dieses reduzierte Sein, das ist einfach, das ist mehr als Gold wert. Das würde ich einfach jedem wünschen und zugleich, das ist, was mich immer ein bisschen irritiert, würde ich mal sagen, wenn du das reduzierte Leben, also wenn die Menschen da draußen Bock haben, reduziert und unabhängig zu leben, ne im Bus sein heißt ja auch ich bin frei, und ich nehme mir da ziemlich Freiraum, das bedeutet, dass wir den Freiraum auch anderen zugestehen müssen. Und ob das nun ganz plakativ wie eine Ameise, der Busnachbar. Ich möchte einfach dafür plädieren, dass noch mehr Menschen darauf achten, wie die sich im draußen auch verhalten. Ja, so dass sie einfach dafür sorgen, dass sie die Plätze, an denen sie sind, und wenn sie wieder weggehen, einfach so wirken, dass sie nie dagewesen sind und da nichts hinterlassen wird. Und dass man sehr genau überlegt, was man im Bus neben sich, also in den Foren lese ich ja manchmal, da hat jemand seine Espresso Maschine oder wie auch immer die Dinger heißen, weg. Da schüttelst mich, da schüttelt es mich einfach.

Das ist auf jeden Fall, glaube ich, ein ganz eigenständiges Thema, das kannst du gerne für dich gerne aufgreifen, da es bei mir jetzt nicht präsent ist. Also, da ist ja irre viel los, auch in Deutschland und überall. 

Und dann ist es einfach wirklich wichtig die Fragen mit den W’s zustellen, wie möchte ich mein Leben gestalten und nicht wie schreibt mir die Gesellschaft das vor.

Liebe Anja, ich danke. 

Ich danke dir.

Der VanLife Podcast AUS DEM VAN mit Karin Scherpe

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